Hans-Ludwig Hennig über das Reisen, anstrengende Eltern und seine Zeit am Albert-Einstein-Gymnasium

Luis Bassanese: Guten Tag, schön, dass Sie sich die Zeit für ein kleines Gespräch mit uns genommen haben.

H. Hennig: Sehr gerne.

Wie lange sind Sie schon am AEG? Wie sind Sie hier hingekommen?

Ich bin seit 2001 an dieser Schule, also schon 18 Jahre.

1981 habe ich, nachdem ich viel in Amerika reisen war – bis nach Alaska hoch –, am Gymnasium am Kattenberge angefangen als Lehrer tätig zu sein.

Mich hat vor allem das Reisen schon immer fasziniert, daher bin ich 1987 für vier Jahre nach Finnland gegangen, wo ich als Lehrer an einer deutschen Schule unterrichtet habe. Dort ist dann auch eines meiner Kinder geboren.

 Das klingt nach einem spannenden Leben. Im Büro hängen Bilder der verschiedensten Reiseziele.

Ich sehe, Sie haben viel erlebt.

Was hat Sie denn aus der großen Welt in das beschauliche Buchholz verschlagen?

Ich komme ursprünglich aus der Nähe von Göttingen, auf der Suche nach einem Arbeitsplatz habe ich mich unter anderem auch in Buchholz beworben. Währenddessen befand ich mich gerade auf einer Reise in Amerika und auf dem Weg nach Alaska. Da wurde ich aus Deutschland angerufen, dass ich mein Bewerbungsgespräch verpasst hätte. Ich nahm also mein gesamtes Geld um nach Deutschland zurückzufliegen. Diese Entscheidung sprach dann für mich, sodass ich die Stelle bekommen habe.

Das spricht in der Tat für Sie und Ihre Begeisterung für den Lehrerberuf. Wieso haben Sie diesen Beruf gewählt? Warum sind Sie Lehrer geworden?

 Vor allem ist es wahrscheinlich meine Liebe zu der Arbeit mit Menschen.

Ich habe verschiedenes in meinem Leben ausprobiert. Ich war bei der Post, bei der Bank, in der Mosterei und bin zwischendurch Taxi gefahren.

Aber ich habe auch schon immer viel Nachhilfe gegeben und bei all‘ den anderen Berufen fehlte mir die menschliche Komponente ein wenig.

Letztlich spielte dort aber auch mit Sicherheit die berufliche Situation in meiner Familie eine Rolle. Meine ältere Schwester ist auch Lehrerin und ich bin ihr auf diesem Wege gefolgt.

 

Bei der Begeisterung wird es aber mit Sicherheit auch Dinge geben, die Sie in Ihrem Beruf stören. Insbesondere, wenn Sie als Schulleiter tätig sind, oder?

 Nun, als Schulleiter bleibt wenig Zeit für das eigentliche Unterrichten, mein Beruf besteht inzwischen mehr aus Verwaltungsarbeit als aus dem Lehren.

Dennoch begeistert es mich, in der Schule vieles mitentscheiden zu können und die Schule mit neuen Ideen zu gestalten.

Insbesondere als eigenständige Schule haben wir viele Möglichkeiten etwas zu bewegen. Dabei ist mein Beruf in einem ständigen Wandel und muss mit immer neuen Gegebenheiten umgehen. So zum Beispiel die Umstellung des Schulsystems von G8 auf G9 oder ganz aktuell, die Digitalisierung.

Jedoch stört mich in letzter Zeit der Umgang innerhalb unserer Gesellschaft. Ich bekomme nahezu täglich E-Mails und Beschwerden wegen Kleinigkeiten von Elternseite, die zum Teil einen Ton besitzen, der nur noch wenig mit Anstand zu tun hat. Ich hoffe, dass dieser Verlauf, der insbesondere in den letzten vier Jahren stark zugenommen hat, wieder einen Rückgang findet.

Sich mit solchen Themen auseinanderzusetzten gehört wahrlich nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Haben Sie dennoch Wünsche oder Ideen für unsere Schule, die Sie bisher nicht verwirklichen konnten oder Wünsche für die Zukunft der Schule?

 Als erstes muss ich mir wünschen, dass unser Kollegium weiterhin so freundlich bleibt und ein solch großen Zusammenhalt aufweist. Wir sind eine homogene Gemeinschaft, die immer einen freundlichen Umgang miteinander hat.

Außerdem wünsche ich mir, dass die Digitalisierung der Schule strukturiert weiter verläuft und G9 vollständig umgesetzt werden kann.

Ich hoffe insbesondere auch darauf, dass wir in Zukunft bei einem System bleiben, welches nicht bald wieder umgestellt werden muss.

 

Jetzt, wo Sie unsere Schule verlassen, müssen Sie uns aber noch etwas aus Ihrer Freizeit erzählen. Was macht Hans-Ludwig Hennig wenn er nichts für die Schule machen muss?

 Ich spiele seit ich 17 bin Tennis und fahre viel Fahrrad.

Durch meine vier Kinder und zwei Enkelkinder habe ich dort als Großvater auch immer etwas zu tun.

Bei mir zu Hause habe ich außerdem vor kurzem eine Werkstatt eingerichtet und einen Drechselkurs belegt. Zeigt begeistert Bilder von selbst gedrechselten Stiften, Weinstöpseln und Schalen.

Es beruhigt mich, mit dem Holz zu arbeiten und Ergebnisse zu sehen.

Nach einem langen Arbeitstag, an dem ich nur im Büro gesessen habe, ist es gut mal etwas Handwerkliches zu machen.

 

Haben Sie bereits konkrete Pläne für Ihre Zeit in Pension?

Ich gehe gemeinsam mit meiner Frau in Pension. Wir möchten wieder viel Zeit gemeinsam verbringen und dann vielleicht ehrenamtlich in der Arbeit mit Jugendlichen tätig werden.

Zunächst wollen wir aber unsere freie Zeit genießen.

 

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben und alles Gute für Sie und Ihre Zukunft.

 

 

Jule Wilms

Luis Bassanese

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